Ein Blick zurück – meine Kindheit in der Nachkriegszeit

Dies ist keine Galerie der Eitelkeit. Es ist ein Weg aus Lumpen und Licht, aus Hunger und Hoffnung, aus Streichen und Stärke. Jedes Bild erzählt von einem Jungen, der lernte, mit wenig viel zu machen. Von einer Mutter, die mit Liebe nährte, als es kaum Brot gab. Von einem Großvater, der sagte: „Begegne jedem auf Augenhöhe – so gewinnst du Respekt.“ Diese Bilder sind keine Nostalgie. Sie sind Erinnerung mit Haltung. Sie zeigen, dass Mut nicht laut ist. Er beginnt oft mit einem stillen Blick, einem geteilten Apfel, einer ausgestreckten Hand. Wer hier schaut, sieht nicht nur Vergangenheit – sondern Möglichkeiten. Denn wer einmal gelernt hat, mit Würde zu leben, der weiß: Das Leben ist nicht das, was man besitzt, sondern das, was man weitergibt.
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„1942 Liebe auf Augenhöhe – mit Mütze“
Meine Mutter – elegant, stolz, ein bisschen größer. Mein Vater – tapfer, verliebt, mit strategisch platzierter Kopfbedeckung. Kurz vor dem Abmarschbefehl wurde noch schnell die Mütze justiert, damit das Hochzeitsfoto nicht nach „David und Goliath“ aussah. Zum Glück erbte ich die Größe meines Großvaters – sonst hätte ich wohl auch gelernt, wie man mit Stil ein paar Zentimeter schummelt.
„„1948 Der kleine Schutzpatron und Schabernacke““
Ein Blick wie Honig – süß, aber klebrig, wenn man ihn unterschätzt. Ich war der Spitzbub, der die Streiche plante, die Türen mit Seilen verband und die Hühner erschreckte. Aber wehe, jemand wollte meinen Mittäter anschwärzen – dann stellte ich mich vor ihn, mit stolz geschwellter Brust und einem unschlagbaren Argument: „War meine Idee.“ Ein kleiner Held mit großen Flausen.
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„1949 Lumpenstricke auf Beutezug“
Mein Bruder und ich – beste Freunde, Komplizen, kleine Rebellen mit großen Plänen. In der Nachkriegszeit war ein fremder Garten voller Karotten ein Königreich, und ein Erdbeerbeet ein Schatz. Wir krochen unter Zäune, nicht aus Bosheit, sondern aus Hunger nach Leben. Unsere Kleidung war zerschlissen, aber unsere Fantasie war unverwüstlich.
„ 1950 Die Kraft der Mutterliebe – und ein Mann, der nicht dazugehören wollte“
Unsere Mutter war schön, stark und großzügig – mit einem Herzen aus Gold und einem Körper, der uns nährte, als es kaum etwas zu essen gab. Nach dem Tod unseres kleinen Bruders stillte sie uns weiter, weil die Bezugskarten nicht reichten, aber ihre Liebe schon. Dann kam ein Mann, der später unser Stiefvater wurde. Er wollte nicht unser Vater sein – und wir wollten ihn auch nicht. Die Zärtlichkeit wich der Distanz, doch die Erinnerung an ihre Wärme blieb wie ein stiller Schatz in uns zurück.
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„1952 Kunst gegen Kalorien“
Nach der Einschulung war ich schnell beliebt – nicht wegen meiner Rechenkünste, sondern wegen meiner Bilder. Ich war der Picasso der Pausenhalle, der Rembrandt der Ranzen. Für eine Breze, ein Stück Wurst oder einen Apfel tauschte ich meine Meisterwerke gegen die Noten der anderen. Meine Mutter konnte sich solche Leckereien nicht leisten, mein Vater war in der Normandie gefallen – aber mein Magen war ein überzeugender Verhandlungspartner. Und wenn jemand geärgert wurde, stellte ich mich vor ihn – mit dem Brustton der Überzeugung und einem Buntstift in der Hand.
Auch meini Aufsätze fanden Beachtung. Die Lehrer lobten sie: Interessant - aber die Rechtschrebung!" Ich war besser im Erzählen als im Schreiben. Die Geschichten sprudelte, die Kommas stolperten. Doch schon damals war klar: Der Junge hatte etwas zu sagen"
„1953 Der Fünfte in der ersten Reihe – mit Haltung“
Kurz vor der Kommunion, Aufstellung zum Klassenfoto. Ich – in der ersten Reihe, der Fünfte von links, mit festem Blick und dem festen Entschluss, mich nicht vertreiben zu lassen. ...
Bei der Einschulung war ich der Kleinste, aber mein Großvater hatte mir etwas mitgegeben, das größer war als jeder Zentimeter: „Schau zu keinem hinauf, aber auch zu keinem hinunter. Begegne jedem auf Augenhöhe – so gewinnst du Respekt.“ Ich war noch ein Kind, doch dieser Satz wurde mein Maßstab fürs Leben. Und siehe da – ich wuchs. Nicht nur körperlich.
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„1953 Stolz wie ein Gardeoffizier – mit Liebe eingekleidet“
Meine Großmutter sagte es mit einem Lächeln: „Du siehst aus wie ein Gardeoffizier.“ Und sie hatte recht. Nicht wegen der Kleidung – obwohl sie dafür die goldene Taschenuhr meines verstorbenen Großvaters verkaufte – sondern wegen der Haltung. Die Zeiten waren hart, doch sie schenkte mir einen unvergesslichen Tag, eine Kerze, ein Fest und das Gefühl, etwas wert zu sein. Ich trug nicht nur Stoff, ich trug ihre Liebe. Und das sieht man bis heute.
„1954 Zwei Lumpenstricke auf freier Fahrt“
Sie sehen harmlos aus, fast brav – aber wehe, man kennt die Geschichte. Heute fuhren sie ohne Geld mit der Straßenbahn. Als der Kontrolleur nahte, trat ich vor eine elegant geschmückte Seniorin und fragte mit Engelsblick: „Oma, dürfen wir deine Hand halten, bis der Kontrolleur vorbei ist?“...
Sie lächelte. „Ihr habt keinen Fahrschein.“ „Wir kommen aus dem Waisenhaus, um unserer Oma zum Geburtstag zu gratulieren.“ Die alte Dame mit dem Schmuck sah uns skeptisch an: „Und wo ist das Geschenk?“ Ich antwortete treuherzig: „Wir haben keins. Wir pflücken ihr Blumen – aus der Parkanlage.“ „Kinder, das darf man nicht.“ Sie öffnete ihre Geldbörse, reichte uns eine Mark und sagte: „Kauft die Blumen im Laden. Und, verschleckt es nicht.“ „Versprochen, Oma. Hand aufs Herz. Wir sind Ehrenmänner.“ Sie schüttelte lächelnd den Kopf. Und wir fuhren weiter – mit einem Fahrschein aus Mitgefühl.
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Zwischen Kindheit und Aufbruch – die Jahre, die uns formen
Die Kindheit war ein Feld aus Fantasie, Hunger und Mut. Doch nun beginnt ein neuer Abschnitt: die Jugend. Die Welt wurde größer – und ich mit ihr. Die ersten Träume klopften an, manchmal zaghaft, manchmal laut. Die ersten Zweifel auch. Ich lernte, wie man sich behauptet, ohne laut zu werden. Wie man verliert, ohne sich zu verlieren. Die Bilder, die jetzt folgen, zeigen nicht nur einen Jungen im Wachstum – sie zeigen einen Menschen auf der Suche. Nach Freiheit. Nach Gerechtigkeit. Nach sich selbst. Und manchmal auch nach dem nächsten Streich.
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„1958 Der charmante Rebell“
Die Haare brav, der Blick rebellisch – und im Herzen ein Cowboy. Während meine Freunde Tom Prox und Billy Jenkins verschlangen, war mir das zu dünn. Ich wollte mehr – mehr Staub, mehr Drama, mehr Seiten. Also griff ich zu Zane Gray und Louis L’Amour, den dicken Wälzern mit echtem Pulverdampf. Meine Idole? ...
Elvis, Bill Haley, Jerry Lee Lewis, Cliff Richard and the Shadows. Der Plattenspieler glühte, das Kopfkino auch. Ich war bereit für den Ritt durch die Prärie – zumindest literarisch. Und wenn ich dabei aussah wie ein Westernheld auf dem Weg zur Tanzstunde, dann war das eben mein Stil: Wildwest mit Haltung.
„1959 – Mit Moped und Monte Christo“
Gesellenprüfung bestanden. Der Kopf voller Pläne, das Herz voller Musik. Das Oldtimerauto auf dem Foto? Nicht meines. Aber es sah dekorativ aus – wie ein Requisit aus einem Film, in dem ich die Hauptrolle spielen würde. Mein wahres Gefährt war bescheidener, doch für mich ein Königsmobil: ein Moped aus zweiter Hand, Typ Victoria Avanti, feuerrot wie mein jugendlicher Übermut. Ich war stolz darauf, als hätte ich einen Ferrari geerbt. Der Lack glänzte, der Motor röhrte – na ja, eher schnurrte – und ich fühlte mich wie der König der Landstraße. ...
Als Sozius fuhr oft mein Bruder mit, der mir geduldig zu schieben half, wenn mein Moped einen Platten hatte. Aber manchmal – und das waren die besonderen Fahrten – drückten sich hübsche Mädchen an mich. Ihre weichen Körper, ihre kichernden Stimmen, ihr Griff um meine Taille, wenn ich die Kurven etwas zu sportlich nahm: Das war kein Moped mehr, das war ein fliegender Teppich der Verführung.

Musikalisch blieb ich dem Rock’n’Roll treu, doch mein Ohr öffnete sich für neue Klänge: Dixieland-Jazz, Skiffle-Musik, Chris Barber, Papa Bue’s Viking Jazz Band, Mister Aker Bilk. Auch meine Bücher wurden dicker und tiefgründiger: Alexandre Dumas, Frank Yerby, Thomas Edward Lawrence. Ich las von Rache, Revolution und Wüstenstürmen – und träumte davon, selbst Geschichte zu schreiben.
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„1960 – Der Engel, der mich zum Vater machte“
Mit 17 las ich Bücher von Victor Hugo, Hervey Allen und Leo Tolstoi. Mein Musikgeschmack neigte sich zu südamerikanischen Rhythmen – feurig, melancholisch, verführerisch. Ich war kein gewöhnlicher Teenager. Ich war ein verliebter Abenteurer auf geheimer Mission...
Sie war kein Mädchen wie jedes andere. Nein, sie war ein Engel mit kirschroten Lippen, die aussahen, als hätte Amor persönlich sie mit Marmelade bestrichen. Der Garten des Krankenhauses, in dem sie für einige Wochen zur Beobachtung verweilte, war streng bewacht. Der Zaun zu ihr war hoch – ihre Familie noch höher. Doch ich war nicht irgendein Möchtegern-Romeo. Ich war Kater Stanislaus, der Meister der nächtlichen Schleicheinlagen.

Der Regen hatte den Boden unter dem Eingangstor ausgewaschen – ein Geschenk des Himmels oder ein Komplott der Wettergötter. Ich kroch hindurch, nicht elegant, aber entschlossen. Und siehe da: Meine Kühnheit wurde belohnt.

Was ich nicht wusste: Der Preis für meine Tapferkeit war kein Orden – sondern ein Baby. Neun Monate später war ich nicht nur verliebt. Ich war Vater. Unbeabsichtigt, aber nicht unberührt.
„1967 Vom Liebesabenteuer zum Familienoberhaupt“
Trotz des Riesenwirbels – wir waren beide minderjährig, und die Gerüchteküche brodelte wie ein Schnellkochtopf ohne Deckel – war ich stolz auf mein süßes Engelchen. Sie war nicht nur meine große Liebe, sondern auch der Beweis, dass selbst jugendlicher Leichtsinn manchmal mit einem goldenen Herzen belohnt wird....
Wieder neun Monate später, mit amtlichem Segen und einem Anzug, der mir ein bisschen zu groß war, durften wir heiraten. Und dann purzelten zwei weitere Wunder in mein Leben: ein goldiges Mädchen mit Augen wie Sternschnuppen und ein kleiner Thronfolger, der schon im Windelalter versuchte, das Kommando zu übernehmen.

Das Bild, das heute noch existiert, zeigt nicht den Anfang, sondern das Ergebnis: ein Vater auf einem Hocker, umgeben von seinen Kindern – warm eingepackt, mit großen Augen und kleinen Händen. Es ist kein Studiofoto mit Schleier und Anzug, sondern ein echtes Zeugnis von Liebe und Verantwortung, die früher begann als geplant – aber genau zur richtigen Zeit.

Ein Hochzeitsfoto haben wir leider nicht mehr – es ging verloren zwischen Umzügen und Lebensetappen. Was blieb, war das Wichtigste: unsere kleine Familie.
„1969 "Windeln statt Wertpapiere"“
Zu meinem weitgefächerten Musikinteresse – zwischen Rock’n’Roll, Dixieland-Jazz und südamerikanischen Rhythmen – gesellten sich nun auch Operetten. Meine Schwiegermutter hatte mich mit Besuchen im Theater am Gärtnerplatz dafür begeistert.
Während meine Klassenkameraden Sparanlagen aufbauten und über Zinssätze diskutierten, baute ich eine Familie auf – mit Windeln statt Aktien, Gute-Nacht-Geschichten statt Börsenberichten. Und ehrlich gesagt: Ich hätte mit keinem von ihnen tauschen wollen. Es war meine Welt.
„1973 – 30 Jahre jung Der Preis des Feuers – Erfolg mit Schatten"“
Ich wollte nicht nur Kinderwagen schieben, sondern auch ein Auto fahren. Also bewarb ich mich für den Außendienst. In meiner neuen Anstellung bekam ich Gehalt, Provision und einen Firmenwagen zur Privatnutzung. Meine Frau war glücklich, ich war stolz. Ehrgeizig, zielstrebig, erfolgreich – bald wurde ich Bezirksleiter, überzeugte mit Charme und Verhandlungsgeschick. Auch bei einer Bäuerin, die bereit war, mir ein Grundstück in traumhafter Lage zu verkaufen. Ein Architekt entwarf unser Haus – ein Symbol für das, was ich mir aufgebaut hatte.
Auf meinen Geschäftsreisen hatte ich bisher allen Versuchungen widerstanden. Bis zu jenem Moment. Ich fing Feuer – und verlor die Kontrolle. Was folgte, war keine Affäre, sondern eine Katastrophe. Familie, Vermögen, Pläne, Seelenfrieden – alles zerbrach.

Ich redete mir ein, ich hätte zu jung geheiratet, um die Konsequenzen zu beschönigen. Doch es war zu spät, es ungeschehen zu machen. Es waren nicht die materiellen Verluste, die schmerzten – es war der Schmerz, den ich meiner Familie zufügte. Und mir selbst. Die Folgen begleiteten mich über Jahre.

Dieses Bild zeigt einen Mann, der glaubte, alles im Griff zu haben – und erst später erkannte, dass wahre Stärke nicht im Aufstieg liegt, sondern im Maßhalten. In der Treue. In der Verantwortung.
Zwischen Dunkelheit und Morgenlicht – ein Übergang
Manchmal endet ein Kapitel nicht mit einem Punkt, sondern mit einem Fragezeichen. Nach dem Bruch, nach dem Schmerz, nach dem langen Echo der Entscheidungen stand ich da – nicht als Held, nicht als Opfer, sondern als Mensch. Die Welt war dieselbe, doch ich war es nicht mehr. Ich hatte gelernt: Reue ist kein Rückfahrtticket, sondern ein Kompass. Und Vergebung kommt nicht immer von anderen – oft muss sie von innen wachsen.

Was jetzt folgt, ist kein Neuanfang im klassischen Sinn. Es ist ein Weitergehen mit offenen Augen. Die Bilder, die jetzt folgen, zeigen nicht das perfekte Leben. Aber sie zeigen das Echte. Mit neuen Begegnungen, neuen Farben, neuen Fragen – und der stillen Hoffnung, dass aus Fehlern Weisheit wächst. Denn wer einmal gefallen ist und wieder aufsteht, trägt etwas in sich, das kein Erfolg je ersetzen kann: Tiefe.

Für manche verläuft das Leben nicht linear. Es gleicht eher einer Berg- und Talfahrt. Doch sowohl Höhen als auch Tiefen sind Lernpunkte. Bald geht es hier weiter – mit Bildern meines Lebenswegs
Die folgende Zeit war keine rühmliche. Meine familiäre Situation hielt nicht Schritt mit der beruflichen. Ich war in einem Muster meiner Herkunftsfamilie gefangen. Jede Trennung war voller Schmerz und Verlust – emotional und finanziell. Auf diesem Weg hinterließ ich viel zerbrochenes Porzellan. Am meisten zerbrach ich dabei selbst.

Trappistine Monastery in Landan, South Cotabato

Erst während meiner Zeit in der Einsamkeit eines Klosters in den Bergen von South Cotabato, wurde mir das bewusst. Doch die Erkenntnis allein ändert noch nichts.

Ich musste dieses Muster noch einmal durchleben, um es endgültig durchbrechen zu können. Ich konnte nicht mehr an Liebe glauben. Liebe war für mich fortan ein Märchen, weit entfernt jeder Realität.

Mit der Gründung der Kinder- und Jugendhilfe LOTUS STIFTUNG in 2001 ergaben sich viele beruflich erhebende Momente. Zu besonderen Erlebnissen zählen die Begegnungen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder im Bundeskanzleramt, mit Staatspräsident Fidel Ramos bei einem Stiftungsevent in München, sowie die Gewinnung der ehemaligen Miss Universe Margie Moran-Floirendo als erste Präsidentin für meine Stiftung Community Welfare Service LOTUS FOUNDATION Inc. in Davao City.

Bundeskanzler Gerhard Schröder – Begegnung im Kanzleramt, die meiner Stiftung internationale Aufmerksam-keit verlieh.

Staatspräsident Fidel V. Ramos – Gast bei einem Stiftungsevent in München, dessen Unterstützung mich tief beeindruckte.

Mrs. Margie Moran-Floirendo – erste Präsidentin der Stiftung und großzügige Unterstützerin unseres Hilfsprojekts in Panabo City.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des australischen Botschafters Bill Tweddell in meinem Hilfsprojekt in Panabo City. Auch der damalige Bürgermeister Jose L. Silvosa Sr. und Mrs. Margie Moran-Floirendo waren zugegen. Manchmal sind es die Begegnungen mit Menschen, die wie Wegmarken im eigenen Leben stehen. Jedes Bild dieser Galerie trägt seine eigene Geschichte.

Marevic C. Cinco, inzwischen Präsidentin der Stiftung und Mrs. Margie Moran-Floirendo, Vice Präsidentin.

Mrs. Margie Moran-Floirendo, Mayor Jose L. Silvosa Sr., Ambassador Bill Tweddell and Heinrich Maria Heumann

“Your excellence, how do I have to address you?”  Er lächelte und antwortete:
“Just call me Bill!”

Manchmal beginnen Märchen genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet – am tiefsten Punkt. Bei einem Besuch des australischen Botschafters in meiner Schule in Panabo City, fragte mich dieser:

„Wer ist denn dieses bezaubernde Geschöpf an deiner Seite, das dich mit solch verliebten Augen ansieht?“ „Das ist meine Sekretärin. Ich habe es sehr wohl bemerkt, aber sie wäre viel zu jung für mich.“ Er lächelte: „Mach dir darüber keine Gedanken. Älter wird sie von selbst. Sei dankbar für ein solches Geschenk.“ Der freundschaftliche Ton mit dem Botschafter Bill Tweddell machte diese Begegnung zu einem besonderen Erlebnis. Seine Worte hallten in mir nach.


Auszeichnung für unsere Arbeit

Der Besuch des australischen Botschafters verlieh unserem Projekt neue Aufmerksamkeit. Kurz darauf würdigte auch Bürgermeister Jose L. Silvosa Sr. unsere Arbeit mit einer Auszeichnung – ein Zeichen dafür, dass die Unterstützung weit über diesen Tag hinaus-reichte.
Dieses Bild zeigt mein Lehrerteam beim Empfang des Botschafters – ein Moment voller Wärme und familiärem Umgang, der die menschliche Seite unserer Arbeit sichtbar macht.“
Hier sieht man die Ausbildung in der Bäckerei, die durch die Unterstützung des Botschafters möglich wurde. Es ist ein Beispiel dafür, wie internationale Hilfe direkt den Jugendlichen zugutekam.

So wie mein Projekt durch die Unterstützung des Botschafters und die Anerkennung des Bürgermeisters gestärkt wurde, so hallten auch die persönlichen Worte des Botschafters in mir nach. Denn hinter den offiziellen Begegnungen stand eine ganz andere Geschichte – meine Beziehung zu Marie. Acht Jahre waren wir schon zusammen, bevor der australische Botschafter mein Hilfsprojekt besuchte.

Als Marie mir ihre Liebe gestand, fragte ich sie: „Warum liebst du mich? Es gibt so viele junge Männer, die du haben könntest.“

Ihre Antwort machte mich sprachlos: „Die meisten Männer wollen die Frauen nur ins Bett ziehen, machen Kinder und laufen dann zur Nächsten. Du bist anders. Du siehst mich als Person, für dich ist eine Frau nicht nur Objekt, sondern Partner. Du bist warmherzig, galant, charmant und bringst mich zum Lachen, wenn ich mal schlecht gelaunt bin. Ich kenne keinen Mann, der stets so gut gelaunt ist, wie du.“
Ich war konfus. Passt das zu mir, was dieses junge Mädchen in mir sieht? Wie kann sie zu dieser positiven Sichtweise über mich kommen? Gibt es einen Teil in mir, der mir gar nicht bewusst ist? Zeigte ich vielleicht trotz meiner frustrierenden persönlichen Situation, unbewusst diese Eigenschaften?
Wochen später sprach mich ein Mitglied unseres Stiftungsvorstandes, nach einem Meeting an: „Heinrich, warum heiratest du Marie nicht? Sie liebt dich.“

Ich antwortete ihr genauso, wie dem Botschafter. Sie lachte nur. „Ein solcher Altersunterschied ist für eine Filipina kein Problem. Das Problem existiert nur in deinem Kopf. Aber du tust ihr weh, wenn du sie ablehnst. Sei dankbar für dieses Geschenk.“

Das bewog mich, darüber noch einmal mit Marie zu sprechen: „Dein liebenswertes Wesen hat mich aus einem emotionalen, tiefen Loch herausgeholt. Es ist ein Gottesgeschenk von so einem jungen, hübschen Mädchen geliebt zu werden. Wie könnte ich da nein sagen?“ Sie antwortete mit ihrem bezaubernden Lächeln: „Siehst du, du findest immer so hübsche Komplimente. Die jungen Männer haben dafür keinen Sinn.“

Ist sie nicht süß? Ich bin ein Glückspilz!


Die Frage nach unserer Zukunft ließ mich nicht los, und bald wurde sie mir auch von anderer Seite gestellt. Was für Marie selbstverständlich schien, wurde von außen kritisch betrachtet.

Beim Gespräch mit dem Priester, fragte mich dieser unverblümt: „Bist du sicher, du heiratest das letzte Mal? Auf den Philippinen gibt es keine Scheidung. Nur Treue bis zum Tod.“ Meine Antwort: „Bei mir ist das sonnenklar. Aber frage dieses junge Mädchen. Ich könnte ihr Vater sein.“ Der Priester antwortete ernst: „Sie ist eine Filipina. Für sie lege ich meine Hand ins Feuer.“ „Na, dann … kann ich es wagen.“

Der Hochzeitstermin stand fest, die Gäste waren geladen. Meine Frau kommt aus einer großen Familie – nicht wohlhabend, aber herzlich. Es wäre unmöglich gewesen, die gesamte Familie nach Davao City, unserem Wohnort, zu bringen. Daher beschlossen wir, bei ihrer Familie, auf der Insel Leyte zu heiraten.

Doch Petrus hatte andere Pläne. Der Taifun Haiyan, auf den Philippinen Yolanda genannt, verwüstete große Teile der Insel, besonders die Region um Tacloban. Auch die Kirche in Dulag, in der unsere Hochzeit stattfinden sollte, war schwer beschädigt. Ohne Dach konnte die Feier nicht stattfinden. Meine Frau sah unsere Hochzeit schon ins Wasser fallen.

Taifunschäden in Dulag

 

Den Taifunschäden folgte ein schneller Aufbau von Notunterkünften, unterstützt von der amerikanischen Hilfsorganisation USAID.

In dieser Situation mussten wir improvisieren. Mit zwei Lastwagen wurde die gesamte Hochzeitsgesellschaft in die 110 Kilometer entfernte Gemeinde Mahaplag gebracht, die in einer Talsenke liegt und vom Taifun weitgehend verschont blieb. Dort, in einem ländlichen Hotelresort, bekam meine Frau nach der Zeremonie in der Kirche, doch noch ihre Märchenhochzeit.
Es war nicht alles perfekt, aber lustig. Unsere Hochzeit verursachte in der Gemeinde großes Aufsehen.
Jetzt bin ich Dein.
Das Bild mit den Nichten, Neffen und Cousins lässt den Umfang der Verwandtschaft erahnen.
Unser Tanz ins Glück.

Die Mutter meiner Frau, Nichte Rene Rose, zwei ehemalige Lehrerinnen meiner Frau und Marie`s Schwester Michelle.

Marie`s Schwester Michelle wohnte vor ihrer Ehe bei uns im Haus.

Meine Schwiegereltern.

Natürlich ist nicht jeden Tag Sonnenschein. Doch ich habe gelernt, für jeden Tag dankbar zu sein.
Glücklichsein ist nicht von irgendjemandem oder von irgendetwas abhängig.
Glücklichsein ist eine Entscheidung. Glücklichsein kommt von innen – und ist ansteckend.

Auch wenn meine Frau einmal einen schlechten Tag hat, muss ich nicht auch schlecht drauf sein. Meine Frau sagt: Das liebt sie besonders an mir. Dann muss es wohl so sein.

Am 6. April 2026 sind wir 12 Jahre verheiratet und insgesamt 20 Jahre zusammen.
Das verdient eine große Feier.

Wie sieht jetzt mein Alltag aus

Wärmer,
inspirierter,
freudvoller,
erfüllter!


Seit meine Frau die Regie an unserem Hilfsprojekt übernommen hat, widme ich mich überwiegend dem Schreiben von Romanen. Marie entlastet mich von der Arbeit im Hilfsprojekt. Sie ist ein Segen in meinem Leben.
Beim Schreiben stehen mir zwei niedliche Helfer als Assistenten zur Seite: Struppi unser „Pogi“ glaubt ein guter Souffleur zu sein.

Und Shadow unsere kleine Katze bietet sich als Schreibhilfe an – manchmal sogar als Rückenmasseurin.

Ihr Lieblingsplatz ist auf meinem Schoß. Dazu erklimmt sie mein Hosenbein.

Wenn ich nicht zuhause bin, schläft sie in meinem Schuh.

It`s a happy Life!

Nicht alles ist perfekt – aber sehr liebevoll.


„So schließt sich der Kreis: Aus Schmerz wurde Weisheit, aus Begegnungen wuchs Liebe, und aus der Liebe entstand ein Alltag voller Wärme und Dankbarkeit.
Heute weiß ich: Glück liegt nicht in der Vollkommenheit, sondern in der Resonanz von Herzen, die einander tragen.“

Auf meinem langen Weg bin ich endlich angekommen – nicht an einem Ort, sondern in einem Kreis von Menschen, die mir Heimat schenken.

Nichte Rene Rose Princess Cinderella
Nichte Cresilda Princess Curly Hair
Nichte Rane-Ann Princess lovely Body Guard
Junior, Jan-Patrick Prince Handsome
Meine Tochter Rica-Jane Princess Augenstern
Happy Birthday, Marie, Queen of my Heart!
„Zuneigung und Liebe sind keine Forderungen. Sie sind ein Echo, das nur dort erklingt, wo Herzen in Resonanz stehen.“
Mein Weg war kein gerader Pfad, sondern eine Berg- und Talfahrt. Doch heute weiß ich: Das größte Glück ist nicht der Erfolg, sondern die Freude, das Leben mit offenen Augen und einem offenen Herzen zu teilen. Es ist nicht Perfektion, die mein Leben jetzt erfüllt, sondern die kleinen Momente – die Liebe meiner Familie, das Lächeln meiner Frau, das Spiel meiner Tiere, und die Freude, jeden Tag neu beginnen zu dürfen.“

Danke, dass Sie mich bis hierher begleitet haben!